Was hat Facebook gemein mit Kopfschmerztabletten?

Von Christof Hüls
Facebook und andere soziale Netzwerke sind wie kleine rote, grüne oder gelbe Pillen: Die „Beipackzettel“ bleiben oft ungelesen oder unbeachtet. Kein Witz!

Angesichts der langen Latte möglicher Nebenwirkungen könnten die Kopfschmerzen anschwellen. Sicher gehen wir fast täglich in irgendwelche Geschäfte, ohne erst die allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen. Und wir fahren Bus, ohne die „allgemeinen Beförderungsbedingungen“ zu studieren. Der Ärger, ohne gültiges Ticket im Bus erwischt zu werden, verraucht. Doch eine einzige Pille, so groß wie der Knopf meines Hemdes, kann den Tod bedeuten und ein einziger Mausklick mein Leben radikal verändern.
Kennen Sie das: Fußgänger gehen seelenruhig im dicksten Verkehr über die Straße, den Blick cool nach vorn gerichtet. Wer sie nach der Vollbremsung mit der Hupe aus ihren Gedanken reißt, wird derbe angepöbelt. Das psychologische Phänomen dabei ist stets der starre Blick nach vorn, weg von der Gefahr, die von links und rechts heran rollt. Der Mensch scheint zu denken: „Was ich nicht sehe, das macht mir keine Angst. Und das ist auch keine Gefahr.“ Das erinnert an den Vogelstrauß, der  angeblich bei Gefahr den Kopf in den Sand steckt. Das prägte sogar ein Sprichwort. Aber es schützt eben nicht vor Gefahr.
So sind auch heute viele Menschen im dicksten Internet-Verkehr unterwegs, den Blick lässig nach vorn gerichtet, mag von links oder rechts kommen was will.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Selbst die Werbung bläut es uns ein: „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ Eben jemanden, der das Fachwissen und mein Vertrauen hat.
Bei einem Kind zählen sicher die Eltern zu den besten Ratgebern. Sie würden ihr dreijähriges Kind nie allein auf die Straße rennen lassen. Aber irgendwann muss sich das heranwachsende Kind ins Getümmel wagen. An der Hand von Vater oder Mutter lernen Kinder am besten, den Überblick zu behalten. Aber was ist, wenn die Eltern sich im Internet-Verkehr genauso wenig auskennen wie ihr Vier- oder Fünfjähriger? Zumindest mit ihrer Lebenserfahrung können sie punkten.  Warum also das Internet nicht gemeinsam erobern? Es kostet Zeit, spart aber möglicherweise viel Ärger.
Nun ist uns die „Generation Facebook“ eher voraus in Sachen Internet & Co. Die Jugendlichen machen es uns vor. Auch das ist gut: Schon immer haben sich ältere Generationen eingebildet, alles besser zu wissen als „die Jungen“. Lassen wir „Alten“ uns doch moderne Technik von jungen Leuten erklären.
 Die Polizei unterhält Kommissariate, die sich um nichts anderes kümmern als Vorbeugung. Deren Fachleute bieten sich an für Vorträge – warum nicht auch einmal in Gemeinde, Jugend oder Frauenfrühstückskreis?

Klick und weg sind die Rechte!

Jeder hat das Recht am eigenen Bild. Das ist zunächst der allgemeine deutsche Grundsatz im Gesetz. Es gibt einige Ausnahmen. Bundeskanzler oder Bürgermeister beispielsweise müssen als „Personen der (relativen) Zeitgeschichte mehr akzeptieren als der Otto-Normal-Bürger. Wer in die Kamera eines (bekannten) Pressefotografen lächelt, der gibt stillschweigend sein Einverständnis. Wer aber nur in die Handycam des Freundes lächelt, der muss NICHT mit einer weltweiten Verbreitung des Schnappschusses rechnen. Natürlich kann man seine Rechte umfassend abgeben – beispielsweise an Facebook.
Für den hübsch fotografierten Sonnenuntergang, den man bei Facebook präsentiert, gilt dasselbe wie für das Foto im Arm des Freundes, die Szene am Rande einer ausgelassenen Party oder das Handyfoto, über das alle Freunden so herzlich lachen:
Facebook regelt es in seinen Nutzungsbedingungen:
„Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“).
Zu Deutsch: „Liebes Facebook, mach mit meinen Fotos was Du willst!“ Es braucht sich also niemand zu wundern, wenn er irgendwann, irgendwo auf der Welt SEIN Foto auf einer Plakatwand wiedersieht! Facebook unterliegt nur bedingt deutschem Recht, was die Lage nicht gerade einfacher macht.
Die einmal eingespeisten Daten lassen sich auch nicht so einfach nach Jahren wieder vernichten. Zwar sichert Facebook das Löschen zu. Wurden meine Inhalte jedoch bereits von anderen Facebook-Nutzern „geteilt“ (also weiter verbreitet), zieht diese Option nicht. Wer seine Geldscheine vom Kirchturm auf die Straße wirft, der dürfte kaum Gelegenheit haben, alles auf der Straße wieder einzusammeln.

Chronik: Ausschalten!

„Ich weiß, was Du du letzten Sommer getan hast!“ Dieser Filmtitel könnte auch über manchem Facebook-Konto stehen. Im Himmel sind alle unsere guten und schlechten Taten aufgeschrieben, heißt es im Buch der Offenbarung, in Kapitel 20. Wer vor 2000 Jahren in der Offenbarung von diesen „Büchern“ las, der muss sich eine galaktisch große Bibliothek vorgestellt haben. Heute genügt ein Klick ins „Facebook“. Und ein ganzes Menschenleben liegt offen vor dir.
Wenn jemand sieht, wer mir vor 10 Jahren zum Geburtstag gratuliert hat, mag vielleicht harmlos sein. Aber vielleicht habe ich damals einmal gegen eine Firma gewettert, bei der ich mich heute bewerben will? Vielleicht ist ein „Freund“ von damals in die rechte, linke oder sonst radikale Ecke abgeglitten und ich gerate unwissentlich in den Fokus der Ermittler? Wenn am Ende unserer Tage im Himmel Bücher aufgeschlagen werden, sind dank Jesu die schwarzen Seiten weg.
Allerdings ist auch mir entgangen, dass auf meinem Facebook-Konto diese Chronik automatisch angezeigt wird. Also, was tun?
Ist man mit seinem Account angemeldet, steht in einer blauen Leiste am oberen Rand der Seite ein Schlosssymbol. Nach einem Klick darauf öffnet sich die „Privatsphäre“-Verknüpfung. Am unteren Ende des Fensters gibt es die Möglichkeit, „Weitere Einstellungen“ zu öffnen. Es lohnt sich, genauer einzustellen, „wer meine Beiträge sehen darf“. Vielleicht hat man den Chef als „Freund“ akzeptiert, um ihm keine Abfuhr zu erteilen. Aber alles zu sehen braucht er trotzdem nicht. Genauso lassen sich „Vergangene Beiträge einschränken“. Jetzt hat man die Möglichkeit, alle jemals gemachten Einträge einzeln auszublenden oder generell alle „alten“ Beiträge. Eine Gewähr, dass auch auf Umwegen nichts mehr zu sehen ist von meinen früheren Taten, habe ich allerdings nicht. So ein Netzwerk vergisst nichts.

Der große Datenspeicher in den USA

Facebook erhält durch den Klick auf den „Gefällt mir“ – Button meine IP-Adresse (die Adresse, unter der ich im Internet unterwegs bin), Prozessortyp meines Computers und Browserversion. Über die IP-Adresse könnte Facebook zusammen mit anderen Daten sowie den Realnamen, den man im Facebook-Profil angeben muss, meine Identität und Gewohnheiten Profil ermitteln. Wenn man sich immer über dieses Nutzerprofil bei Facebook einloggt, könnte Facebook insbesondere meine Vorlieben, Kontakte und Lebensweise herausfinden. Gegenüber den staatlichen Behörden der USA muss Facebook bereits heute Auskunft geben. Das mag heute harmlos sein. Aber wer weiß, wer in Zukunft warum verfolgt oder ausgegrenzt wird? Viele regen sich darüber auf, was die NSA speichert. In sozialen Netzwerken gibt es auf manchen Seiten viel mehr zu lesen.

Über den Verlust der Realität und "das andere" Geschlecht - Lesen Sie weiter, Teil 2

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